Mein Jahr der Ruhe und Entspannung

Ottessa Moshfegh

(My Year of Rest & Relaxation, Roman), Liebeskind Verlag, München (2018)

„Das deprimierendste und zugleich subversivste Buch des Jahres. Wer es noch nicht kennt, gehört zum Establishment!”

Maxim Biller, FAS

WELT: Was lesen Sie gerade?

Dirk von Lowtzow: Etwas echt Interessantes: Mein Jahr der Ruhe und Entspannung der New Yorker Autorin Ottessa Moshfegh. Es handelt von einer Frau, die sich mithilfe von Tabletten ein Jahr lang in einen Winterschlaf versetzen lassen möchte, weil sie keine Lust mehr auf Teilhabe am Leben hat. Das hat natürlich viel mit der Vorstellung zu tun, tot sein zu wollen – aber nicht in letzter Konsequenz.”

Welt, 10.2.2019

„Moshfegh entwickelt eine einzigartige Erzählstimme und treibt ihre Leser nur so durch ihren Roman, wobei man sich die ganze Zeit fragt, was man da eigentlich liest und wo das alles enden soll.”

Letteraturablog, 1.11.2018

„Dass dem Leser ob der redundanten Erzählweise und Handlungsarmut der Story nicht die Augen zufallen, ist dem unverwechselbaren Moshfegh-Sound zu verdanken. Genau der macht die Erzählrebellin zur humorvollsten Alltagsanalytikerin und zugleich größten Schlafmütze der Gegenwartsliteratur.”

nh, Kulturnews, 6.1.2019. Die besten Bücher des Jahres 2018.

„Ottessa Moshfegh ist gut, verdammt noch mal genial.”

Florentin Schumacher, FAZ , 7. 10. 2018, Lasst mich schlafen. Mit brutalen Protagonistinnen schreibt die Amerikanerin Ottessa Moshfegh gegen das Bild von Frauen als Opfern an. Mitleid brauchen ihre Monsterfrauen nicht. Sie sollen Angst machen.

„Moshfeghs brutal-witziger Roman zeigt den amerikanischen Albtraum aus weiblicher Sicht und endet konsequenterweise mit den Anschlägen vom 11. September 2001. Es ist ein großer literarischer Wurf, was nicht zuletzt daran liegt, dass gängige Erwartungshaltungen unterlaufen werden und sich die Autorin nicht in eine Schublade stecken lässt. Am Ende bestehen ihre renitenten Frauen in einer Gesellschaft, in der eigentlich kein Platz für sie vorgesehen ist.”

Karin Cerny, FALTER 41/2018

„Was vielleicht klingt wie eine popliterarische Affäre zwischen Graf Oblomow und Dornröschen vor schicker Manhattankulisse wird auf mehr als 300 Seiten zu einem der sonderbarsten Romane der vergangenen Monate.”

David Hugendick, Die ZEIT, 1.2.2019. Mir geht’s gerade nicht so gut. Ottessa Moshfegh ist eine neue, radikale Stimme der US-amerikanischen Literatur. Ihr garstiger, aktueller Roman feiert die totale Betäubung als Erlösung von der Welt.

„Das Buch liest sich so unangestrengt und virtuos, als würde jemand eine schwierige Bachsonate als Fingerübung spielen.”

Luise Checcin, Süddeutsche Zeitung, Unter Nullen. Ottessa Moshfegh seziert die amerikanische Oberflächenkultur der Jahrtausendwende

„In ihrem neuen Roman gelingt der US-­Amerikanerin Ottessa Moshfegh ein beeindruckender Balanceakt: Während ihre weltflüchtige Heldin einen Großteil des Jahres 2001 verschläft, gerät der Autorin das New York der Jahrtausendwende wie nebenbei zum Bild der Epochenwende.”

Michael Watzka, Deutschlandfunk, 14.11.2018, Die Schlafwandlerin des Jahres

„Der ereignisärmste Page Turner der letzten Jahre, trotzdem maximal fesselnd und sprachgewaltig. Und spätestens da wird klar, dass Moshfegh gerade erst auszuloten scheint, was sie mit ihrer Sprachgewalt so alles anstellen kann. Angesichts der Wucht von Mein Jahr der Ruhe und Entspannung klingt das wie eine Drohung.”

Dennis Pohl, Der Spiegel, 28.9.2018. So müde

Jubel & Krawall dreht sich, so Passmann in den ersten paar Podcastminuten, um alles was geil ist, das man spielen, hören, lesen oder sehen kann. Wie Kalle ergänzt, ist es also quasi ‚ein Podcast über das Leben’. Oder anders gesagt: Die Ex-Schaulustigen reden fortan nicht nur über das Fernsehen, sondern auch um andere (pop-)kulturelle Inhalte, wie etwa Literatur.
Erklärtes Ziel der Zwei ist es, nicht Fernsehsendungen oder Buchneuerscheinungen nachzuerzählen, sondern entweder über Bücher, Serien und ähnliches zu sprechen, die sie irgendwie bewegt haben, oder aber Stücke der Popkultur vorzustellen, die Dinge behandeln, die sie bewegen. In der Auftaktfolge von Jubel & Krawall geht es unter anderem um Mein Jahr der Ruhe und Entspannung von Ottessa Moshfegh. In dem Roman zieht sich eine Frau aus der Generation Y in ein Appartement zurück und setzt sich zum Ziel, ein Jahr lang so viel wie möglich zu schlafen. Passmann attestiert dem Roman ‚eine angebrachte Traurigkeit’.“

MoPo: „Welche Kulturprodukte haben Sie zuletzt gut gefunden?“

Passmann: „Großartig war für mich Fiona Apples jüngstes Album Fetch the Bolt Cutters. Bei Büchern war das Ottessa Moshfeghs Mein Jahr der Ruhe und Entspannung.“

Rüdiger Sturm, Morgenpost Berlin, 9.7.2020

Landeszeitung: „Und bitte noch zwei Tipps fürs Weihnachtsgeschenk, einer darf aus Ihrem Verlag sein.“

Jo Lendle, Verleger des Hanser Verlags: „Ich lese gerade Ottessa Moshfeghs hinreißenden Roman Mein Jahr der Ruhe und Entspannung. Ihre Heldin kehrt der Welt den Rücken zu und hält eine Art Winterschlaf – also genau das richtige für die Saison.“

Landeszeitung-Online

Schauspielhaus Hamburg auf Twitter:

„Damit ihr den Sommer auch gut ohne uns übersteht, hat unser fantastisches Ensemble für euch Mein Jahr der Ruhe und Entspannung von Ottessa Moshfegh aus dem Englischen von Anke Caroline Burger eingelesen.“

Soundcloud Hörspielhaus

„Anfangs wollte sie nur ein paar ‚Downer, um ihre ewig kritischen Gedanken zu ersticken’ und ‚den ganzen langweiligen Erinnerungen mit sämtlichen banalen Details ihres öden Lebens’ zu entkommen. Doch ihre unfähige und gewissenlose Psychiaterin Dr. Tuttle verschrieb ihr bereitwillig ein ganzes Arsenal an Beruhigungs- und Schlafmitteln und Antidepressiva. In wachen Stunden schaute die Ich-Erzählerin immer wieder die gleichen Filme, bevorzugt mit Whoopi Goldberg, und hielt alles von sich fern, das ihren Verstand beschäftigen, Ängste auslösen und sie aus ihrem seeligen Dämmerzustand reißen konnte.“

Jeannette Villachica, Wiener Zeitung, 11./12.5.2019

3sat Buchzeit: Gert Scobel im Gespräch mit Sandra Kegel, Barbara Vinken und Katrin Schumacher über ausgewählte Neuerscheinungen

Ein klares 3:1 für Ottessa Moshfeghs neuen Roman: Katrin Schumacher sah das Buch als „böse Satire auf die Überdrussgesellschaft“ und hat sich über die „großartigen Szenen“ bei der Psychiaterin amüsiert. Auch Gert Scobel hat sich „mit großer Freude durchgelesen“, das Buch „zeigt uns, wie bescheuert dieses Leben eigentlich ist, gegen das man beim Lesen revoltiert.“ Auch Barbara Vinken war sichtlich begeistert und hat „irre gelacht“ beim Lesen; sie fand den Roman „superinteressant, total spannend und natürlich völlig deprimierend“.

3sat Buchzeit im Herbst 2018, 7.10.18

„Moshfeghs Sprache wechselt souverän zwischen kalter, analytischer Präzision und feiner Melancholie. Und ihre Figuren sind all ihrem Elend zum Trotz wahnsinnig komisch.“

SZ-Literaturredaktion, 10.10.2018, Das sind die wichtigsten Bücher des Herbstes.
Zum Auftakt der Buchmesse: eine Jagd auf Bio-Himbeeren, ein Thriller über einen emanzipierten Vater, ein Roman über eine Frau, die nur noch schlafen will – und weitere Bücher, über die man jetzt spricht.

„Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison. Im vergangenen Jahr wurde Ottessa Moshfeghs Kriminalroman Eileen von den Kritiken gefeiert – und auch der neue Roman der amerikanischen Autorin mit kroatisch-persischen Wurzeln erhält hymnische Besprechungen. Wenn sie in Mein Jahr der Ruhe und Entspannung von einer jungen, scheinbar perfekten Galeristin erzählt, die im New York der nuller Jahre zunehmend an der perfekten Oberfläche und dem Zwang zur Selbstoptimierung leidet, bis sie sich schließlich mit Beruhigungstabletten ein Jahr Winterschlaf gönnt, ist FAS-Kritiker Florentin Schumacher ganz aus dem Häuschen: Sätze wie Brenneisen, aber vor allem Dialoge und Beschimpfungen vor New Yorker Kulturschickeria-Kulisse, die Schumacher nicht mehr vergisst. Besser als jeder Weltschmerz a la Easton Ellis, meint er, zumal für ihn immer spürbar ist, dass die Autorin genau weiß, worüber sie schreibt: missbrauchte Frauen, die zu missbrauchen wissen.“

Perlentaucher, Die besten Bücher im Herbst 2018, 6.11.2018